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Aufzucht 2010, Teil 4

26. Juli 2010

Nächster Neuzugang in meinem Kasten ist die Violettbraune Kapseleule (Sideridis rivularis). Ich fand sie an Spitzwegerich ruhend. Da rundrum Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris) wächst, gehe ich davon aus, dass es ihre Nahrungspflanze ist. Damit wird sie folglich gefüttert. Allerdings habe ich den Eindruck, dass sie nicht gesund ist. Vielleicht ist sie auch parasitiert.



Violettbraune Kapseleule (Sideridis rivularis)

Die letzten zwei Saturnia-Raupen fressen immer noch. Es ist unglaublich. Die Viecher haben mittlerweile das Format meines Mittelfingers erreicht. Die drei Saturnias in den Kokons sind noch nicht verpuppt.


28. Juli 2010

Die beiden Saturnia-Raupen habe ich jetzt in den kleinen Kasten verfrachtet. Die Viecher fressen nach wie vor und denken nicht daran, sich zu verpuppen.

Der große Kasten hat heute erneut Zuwachs bekommen, und zwar von einer ca. 3 cm langen Hadena-compta-Raupe (Weißbinden-Nelkeneule), die ich mittags an Nickendem Leimkraut (Silene nutans) fand.



Weißbinden-Nelkeneule (Hadena compta)


29. Juli 2010

Die Sideridis-rivularis-Raupe ist heute aus mir unbekannter Ursache verendet und wurde aus dem Kasten entfernt.

Mittags ist trotz des kalten Regenwetters der Braune Bär (Arctia caja) geschlüpft - eine riesige Schönheit - naja, direkt nach dem Schlupf natürlich nicht:



Wenige Sekunden nach dem Schlupf ...



... und eine knappe Stunde später. Es ist ein Weibchen, was man an den nur minimal gefiederten Fühlern erkennt.

Schon bei den Kleinen Nachtpfauenaugen fiel mir auf, dass die Falter ihre Fühler gleich nach dem Schlupf aufrecht halten, während sie bei den bisher beobachteten Tagfaltern aus Stürzpuppen noch längere Zeit dem Körper anliegen. Wenn diese ihre Fühler anheben, ist dies ein Zeichen für die baldige Flugbereitschaft. Auch der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) hält die Fühler sofort aufrecht. Bei ihm bemerkt man die Flugbereitschaft daran, dass er die "Hängeposition" aufgibt und sich an die Spitze des Zweigs begibt, an dem er seine Flügel entfaltete. Möglicherweise hängt die Fühlerhaltung nach dem Schlupf mit der Art der Puppe zusammen. Dies werde ich weiter beobachten.

Die beiden Saturnia-Raupen im kleinen Kasten fressen immer noch. Inzwischen habe ich den Kasten ins Haus genommen und an die Terrassentür gestellt. Ich rechne täglich mit dem Einspinnen.


31. Juli 2010

Nun sind auch meine letzten zwei Saturnia-Raupen verpuppungsbereit. Warum sie so viel länger dafür brauchten als die anderen drei Tiere, ist mir ein Rätsel. Vielleicht sind das ganz natürliche Schwankungen.

Gestern sah ich das Arctia-caja-Weibchen übrigens noch einmal, und zwar zwischen den Blumen beim Techtelmechtel mit einem Bären-Mann.


3. August 2010

Die zwei Nachzügler sind inzwischen in ihren Kokons verschwunden, doch weiterhin am Spinnen. Nach dem Beginn des Einspinnens kann es noch an die zwei Wochen dauern, bis sich die Raupen verpuppen. Die Kokons kleben in den Ecken des kleinen Aufzugskastens. Sobald sie ausgehärtet sind, kratze ich sie frei und gebe sie zu den anderen drei im großen Kasten.


10. August 2010

Die zwei Saturnia-Nachzügler sind nun verpuppt und zu den anderen Kokons im großen Kasten gezogen. Ansonsten nichts Neues. Die Nelkeneulen knabbern noch, und der Malven-Blattspanner (Larentia clavaria) wird frühestens Ende August schlüpfen. Meistens sehe ich den Falter Mitte bis Ende September.


14. August 2010

Neu im Kasten ist eine knapp 1,5 cm lange Notodonta-ziczac-Raupe (Zickzack-Zahnspinner), die ich an einer eingetopften und absterbenden Sal-Weide auf dem Balkon fand. Zu fressen bekommt sie jetzt Triebspitzen von Sal-, Purpur- und Korbweide, was ihr anscheinend gut gefällt, denn sie stürzte sich sofort auf das frische Futter.



Raupe des Zickzack-Zahnspinners (Notodonta ziczac)


16. August 2010

Nun weiß ich auch, welches Ei ich am 14. Juli an Sal-Weide gefunden hatte. Ich hatte Futter für meine Saturnia-Raupen gesammelt, wobei mir an einem Zweig ein einzelnes Ei an der Blattunterseite aufgefallen war. Ich entfernte jenes Blatt vom Zweig und legte es in einen mit junger Sal-Weide bepflanzten Blumentopf. Unten das Ei, oben das Ergebnis.

 

Die Raupe hat sich heute gehäutet. Sie ist jetzt fast 2 cm lang. Ich hoffe, dass es mir gelingt,sie bis zum Falterschlupf durchzuziehen. Den Zickzack-Zahnspinner habe ich nämlich noch nie in Natura gesehen.


18. August 2010

Heute früh fand ich die Raupe des Zickzack-Zahnspinners auf der Seite liegend am Boden. Ich dachte schon, sie sei tot. Als ich sie mit einem Grashalm berührte, bewegte sie sich aber. Sodann verfrachtete ich sie wieder in die Weidenzweige. Wenig später schwamm sie im Wasserglas. Dieses hatte ich zwar mittels Fliegengitter gesichert, aber irgendwie war das Tierchen wohl doch durch eines der Löcher gerutscht. Habe die Raupe rausgefischt, sie wieder in die Weidenblätter gelegt und die Löcher mit Zellstoff-Fetzen abgedichtet. Seit heute abend ist sie wieder am Fressen. Vorsichtshalber habe ich die Raupe isoliert, weil ich nicht weiß, ob sie vielleicht krank oder parasitiert ist.


19. August 2019

Die Notodonta-ziczac-Raupe hat sich wieder berappelt. Jetzt frisst sie nur noch an der angebotenen Purpur-Weide, aber dies ordentlich. Ist mir auch recht. Hauptsache, es geht ihr gut.

Man sagt immer, Raupen bräuchten keine Extra-Flüssigkeit, weil ihnen durch die Nahrung genug davon zugeführt wird. Schon bei den Saturnia-Raupen fiel mir auf, dass diese gierig die Wassertropfen aufnahmen, nachdem der Kasten besprüht worden war. Ebenso heute: Ich besprühte die Weidenzweige mit der Notodonta-ziczac-Raupe, die sofort auf Wassertropfensuche ging. Das gleiche fiel mir auch schon bei anderen Raupen auf.  Kurz: In einem Aufzugskasten ohne natürlichen Regen und Tau benötigen die Tiere auch etwas Wasser.

Auch wird gesagt, man solle den Raupen in der Aufzucht keine nassen Futterpflanzen geben. Dies halte ich für Nonsens, da es in der Natur ja auch immer mal wieder regnet. Solange ein Aufzugskasten im Freien steht und sehr gut belüftet ist, sehe ich überhaupt keine Probleme. Meine Viecher bekommen jedenfalls von Anfang an auch nasse Futterpflanzen, was ihnen noch nie geschadet hat. Wenn es draußen regnet, wird der Kasten ordentlich mit Wasser besprüht. Ist es heiß und trocken, bleibt der Kasten ebenfalls trocken.

Meiner Erfahrung nach gedeihen die Raupen am besten, wenn man ihnen weitestgehend natürliche Verhältnisse bietet. Dazu gehören nun mal auch Tau und Regen sowie im Winter der Frost und die Schneebedeckung. Man sollte genau beobachten, wo und wie sich die Tiere verpuppen. Etliche Arten graben sich zur Verpuppung ein. Diese Puppen sollte man folglich nicht an die Oberfläche holen und dort liegen lassen. Andere Arten verspinnen sich in Blättern oder suchen vor Wasser geschützte Plätze. Dies gilt es in der Aufzucht zu berücksichtigen.

Übertriebene Hygiene im Kasten halte ich für den allergrößten Unsinn. Meine Raupen leben überwiegend an eingetopften Pflanzen. Ihr Kot fällt wie in der Natur auf die Erde und düngt die Futterpflanzen. Was auf den Boden des Kastens fällt, fege ich weg. Mehr Hygiene ist in einem Kasten im Freien wirklich unnötig.



-->  Fortsetzung









 
Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen. (Johann Wolfgang von Goethe)
 
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