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Schwalbenschwanz-Aufzucht, Teil 2


31. August 2008

Drei der Raupen haben sich gestern wieder gehäutet, die vierte war heute fällig.

Es ist immer wieder interessant, diesen Vorgang zu beobachten. Die Raupe verharrt vorher ca. 20-30 Stunden ohne Nahrungsaufnahme irgendwo, meistens an einem Stängel der Futterpflanze. Kurz vor der Häutung bewegt sie sich regelmäßig, d.h. sie dehnt und streckt sich, wackelt hin und her und reagiert auf jede noch so kleine Störung.

Die Häutung selbst dauert meist nicht einmal eine halbe Minute. Es platzt der Bereich zwischen Stirn und Hals auf, die Raupe streift die alte Hülle mit schlängelnden Bewegungen von vorne nach hinten ab und bemüht sich gleichzeitig, das "Käppi", d.h. den alten Stirnbereich abzustreifen. Danach bleibt das an Kopf und Beinen noch ungefärbte Tier eine Weile sitzen, um sich ca. eine Stunde später auf erneute Futtersuche zu begeben. Oft wird zunächst die abgestreifte Haut aufgefressen.



Eben gehäutet ...

Nach der Häutung sind die Tiere deutlich größer und haben auch eine etwas andere Färbung angenommen.

Die drei großen Raupen haben gegenüber dem kleinsten Tier im Kasten einen Vorsprung von einer Häutung.  Bei den großen Raupen vermute ich, dass die nächste Häutung bereits die Verpuppung sein wird. Sie sind ca. 4-4,2 cm lang und 6 mm dick.


1. September 2008



Sie sind riesig geworden ...



... und heute ganz besonders gefräßig.


3. September 2008

Zwei der Raupen haben nun 5 cm Länge erreicht und könnten bald verpuppungsbereit sein. Selbst das kleinste Tier ist mittlerweile 3,8 cm lang und hat sich heute früh zwecks erneuter Häutung zur Ruhe gesetzt. Die drei anderen sind nahezu pausenlos am Mampfen und produzieren inzwischen jede Menge Kotkügelchen, so dass ich den Kasten z.T. zweimal am Tag säubere.

Fühlen sich die Tiere zu sehr gestört, stülpen sie zur Abwehr eine gelbe Nackengabel (Osmaterium) aus, der ein strenger Geruch entweicht:





5. September 2008

Es ist eine Freude, die Raupen gedeihen zu sehen. Die kleinste Raupe unterscheidet sich nun kaum mehr von den drei großen. Nachdem sie sich gestern gehäutet hat, habe ich heute eine Länge von 4,7 cm gemessen. Die größte und fetteste Raupe misst sage und schreibe 5,3 cm - langsam frage ich mich, ob es bei Raupen auch so etwas wie Adipositas gibt ...


6. September 2008

Die ersten beiden Raupen haben die Nahrungsaufnahme eingestellt und ihren letzten Raupenkot (flüssig und recht viel) abgesetzt. Seitdem laufen sie unruhig in der Kiste herum. Sobald sie geeignete Verpuppungsorte gefunden haben, werden sie sich vor der eigentlichen Verpuppung am Untergrund festspinnen. Ich hoffe, wenigstens bei einer der beiden diese Phase und die spätere Verpuppung nicht zu verpassen.

Es ist interessant, das unterschiedliche Verhalten der beiden Raupen zu beobachten. Während die eine nur an der Oberkante der Kiste im Kreis marschiert, klettert die andere fast nur in den zur Verpuppung ange- botenen trockenen Zweigen unterschiedlicher Dicke, Neigung und Rauigkeit herum.

Die beiden anderen Raupen sind noch fleissig bei ihren drei Haupt- beschäftigungen: Fressen, Schlafen und Kotproduktion.


7. September 2008

Die dritte, stets kleinste Raupe ist nun auch so weit, dass sie sich morgen irgendwann an ihrem Verpuppungsort einfinden wird. Ich erkenne sie immer wieder, weil sie nicht nur kleiner, sondern seit der letzten Häutung auch deutlich grüner ist als die anderen drei. Abends entleerte sie ein letztes Mal ihren Darm (Dünnpfiff) und ist seitdem genauso unruhig am Herumwandern wie gestern die zwei ältesten Tiere.

Diese haben sich mittlerweile an ihren Verpuppungsorten angegurtet und warten auf die letzte Häutung (= Verpuppung). Nr. 1 war bereits heute früh so weit, Nr. 2 erst am frühen Abend.



Heute morgen: Raupe Nr. 1 (Magistra) hat sich festgegurtet

Hier der Vorgang des Angurtens. Zunächst spinnt sich die Raupe am Hinterleib fest. Anschließend spinnt sie vor dem Kopf den Gürtel, der zu beiden Seiten der Raupe am Untergrund fixiert wird. Nach getaner Arbeit schlüpft das Tierchen mit seinem Kopf in die Schlinge und schiebt diese mit Überstreckungen nach hinten und zu beiden Seiten in die korrekte Position. Bis alles an Ort und Stelle sitzt, vergehen bis zu zwei Stunden.







Raupe Nr. 2 (Cognatia) beim Basteln des Gürtels - harte Arbeit!

Jetzt ist nur noch eine Raupe weiterhin am Fressen. Aber auch bei ihr wird's bis zur Verpuppung nicht mehr lange dauern.

Es ist an der Zeit, dass meine vier Interimshaustierchen passende Namen bekommen: Nr. 1 heißt von nun an Magistra, Nr. 2 ist Cognatia, Nr. 3 Famulus und Nr. 4 Diva. Bei Famulus bin ich mir nämlich ziemlich sicher, dass es sich um ein (künftiges) Männchen handelt. Diva ist ganz sicher ein Weibi. Die beiden anderen sind möglicherweise ebenfalls weiblich, Magistra - so riesig wie sie war - recht sicher, Cognatia mit ehemals genau 5 cm vielleicht. Famulus ist nur 4,8 cm lang geworden und schrumpfte nach dem letzten Schiss seines Raupendaseins auf 4,4 cm. Auch ist "er" stets wesentlich schlanker als die anderen drei gewesen.


8. September 2008

Seit mittags ist auch Klein-Famulus angegurtet. Er hat beschlossen, es sich an der Kistenwand gemütlich zu machen. Diva hat mittlerweile ebenfalls das Fressen eingestellt und ihre letzte Darmentleerung hinter sich, um derzeit unruhig herumzukriechen. Noch hat sich keines der Tiere verpuppt. Ich hoffe, wenigstens bei einem meiner vier Zöglinge die Verpuppung beobachten zu können.


9. September 2008

Heute habe ich das gesamte Futter entfernt und den Kasten grob gereinigt. Eine gründliche Reinigung erfolgt erst, wenn sich alle vier Raupen verpuppt haben.

Auch Diva hat sich die Kistenwand als Verpuppungsstelle ausgesucht, den Gürtel hat sie sich aber noch nicht gesponnen. Magistra hat sich mittlerweile verpuppt. Leider habe ich die Verpuppung um wenige Minuten verpasst. Cognatia wird mit ihrer Verpuppung sicher in der Nacht, spätestens morgen im Verlauf des Vormittags folgen. Bei Famulus wird es aller Voraussicht nach in ca. 20-24 Stunden soweit sein. Es bleibt spannend!


10. September 2008

Cognatia hat sich freundlicherweise erst am Vormittag verpuppt, so dass ich den Vorgang, der insgesamt nur gut fünf Minuten dauerte, fotografisch festhalten konnte:



Sekunden vor Beginn der Verpuppung fängt Cognatia an, sich heftig zu winden und zu dehnen.



Die Raupenhaut platzt am Rücken auf ...



... und reisst unter windenden Bewegungen der Präpuppe immer weiter.





Hier sieht man die angedeuteten Augen und Fühler des späteren Falters.





Die abgeschlossene Verpuppung. Cognatia bewegt sich nun heftig, um die abgestreifte Raupenhaut am unteren Ende loszuwerden. Dies dauert eine Weile. Ich staune, wie zielgerichtet Puppen reagieren können.



Die alte Haut ist zu Boden gefallen. Cognatia lässt sich entspannt in den Gürtel fallen - geschafft!

Diva war gleichzeitig damit beschäftigt, ihren Gürtel zu basteln. Sie hatte ihre liebe Not dabei, denn direkt hinter ihr befindet sich ein Ast, so dass sie sich nicht ohne weiteres nach hinten überstrecken konnte, um den Gürtel zum oberen Körperdrittel zu transportieren. Sie schaffte es aber trotzdem - kluges Tierchen!


12. September 2008

Heute morgen hat auch Diva ihre Verpuppung abgeschlossen. Sobald die Puppe stabil ist, wird die Kiste gründlich gereinigt und alles Über- flüssige darin entfernt. U.a. werde ich Puppe Diva etwas "Rückenfreiheit" verschaffen.


 
Puppe Cognatia heute


4. November 2008

Seit einigen Wochen steht der Kasten mit den Puppen an einer geschützten Stelle unseres Balkons. Heute nacht hatten wir Föhnsturm, und der Kasten flog mehrere Meter weit in eine Ecke. In der Kiste war zwar alles schwer durcheinander, aber die Puppen sind unversehrt geblieben. Unglaublich, was diese zierlichen Puppengürtel aushalten!

Damit so etwas nicht noch einmal passiert, habe ich einige größere Steine in die Kiste gelegt.

Da die Puppen in der Natur weitgehend den Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, werden sie von mir alle paar Tage mit Wasser besprüht. Sollte es im Winter gar zu frostig werden, kommt die Kiste kurzzeitig in den Keller. Im übrigen sollte eine Kälteisolierung per Pappe oder Zeitungspapier ausreichen.



--> Fortsetzung und Schluss



 
Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen. (Johann Wolfgang von Goethe)
 
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