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Aufzucht 2010, Teil 1

9. Juni 2010

Am heutigen Tag wurde mit der ersten Wiesenmahd begonnen. Wie immer ging ich zu den mähenden Bauern mit der Bitte, die abgestreiften Raupen von der Mähschürze absammeln zu dürfen. Das Ergebnis war enttäuschend, denn ich fand nur eine einzige (!) Raupe, dafür aber um so mehr Blattwespenlarven, Graswanzen und Spinnen.



Raupe der Schwarzgefleckten Herbsteule (Agrochola litura)

Aus den verbliebenen Saturnia-Eiern scheint jetzt nichts mehr zu schlüpfen. Ein Teil der Ei-Räupchen ist schon verendet. Ungefähr zehn Raupen entwickeln sich aber prächtig und sind jetzt schon über einen Zentimeter lang.

Mein Raupenkasten mit Pflanzen in Töpfen bewährt sich, da die Futterpflanzen schneller wachsen, als sie von den Raupen abgefressen werden - sogar die winzigen Weiden. Ich muss also nur gießen.



Dies ist die derzeitige Bepflanzung des Aufzugskastens: Diverse Klee-Arten, Gänseblümchen, verschiedene Gräser, Kleine Bibernelle, Taubnessel, Breit- und Spitz-Wegerich, Klappertopf, Frauenmantel, Birke und Weide. Die Töpfe sind so gestellt, dass die Raupen leicht von Topf zu Topf kriechen können und auch von der Gaze aus problemlos wieder zu ihren Futterpflanzen zurückfinden. Im Untersetzer rechts sieht man Holzspäne, in die sich manche Raupen gerne zwecks Verpuppung verkriechen. In allen Töpfen befinden sich auch kahle Zweige, an denen sich Raupen verpuppen und frisch geschlüpfte Falter ihre Flügel aushärten könnten. Da der natürliche Regen fehlt, wird der Kasten bei Regenwetter besprüht.


11. Juni 2010

Während der Mahd wurden am Zaun auch etliche Brennesseln mit Eiräupchen des Kleinen Fuchs (Aglais urticae) niedergemäht. Auch diese wanderten in meinen Aufzugskasten.

12. Juni 2010

In der Früh hat sich der erste Kleine Fuchs (Aglais urticae) verpuppt. Außerdem ist ein Schwarzbraunbinden-Blattspanner (Xanthorhoe montanata) geschlüpft. Diese Art überwintert als Raupe. Ich fand die schon ausgewachsene Raupe am 11. Mai im Garten.



Wenige Sekunden nach der Verpuppung



Geschlüpfter Schwarzbraunbinden-Blattspanner (Xanthorhoe montanata)

Die Saturnia-Räupchen haben ihre erste Häutung hinter sich, sind jetzt ca. 15 mm lang und zeigen seitlich einen ganz feinen rötlichen Streifen. Es sind mittlerweile nur noch sechs Raupen übrig. Mein Kasten beherbergt derzeit ungefähr 80 Raupen, ca. fünf Puppen und einige Blattwespenlarven. Der kleine Kasten ist außer Betrieb und steht im Keller.


13. Juni 2010

Mittags fand ich eine ausgewachsene Raupe des Braunen Bärs (Arctia caja), die ich gleich einsackte, weil ich diesen wunderschönen Falter unbedingt live sehen möchte. Ich denke, dass er sich bald verpuppen wird und heuer noch schlüpft. Darauf freue ich mich schon.



Raupe des Braunen Bärs (Arctia caja)



Die sechs Saturnia-Räupchen (mittlerweile fast 20 mm) sehen jetzt so aus. Der orangerote Streifen ist jetzt deutlich sichtbar.


15. Juni 2010


Die Saturnia-Raupen haben ihre Vorliebe für Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) als Nahrungsquelle entdeckt und sind bis auf eine Raupe zu der mittags hinzugefügten Pflanze gewandert, um dort begeistert weiterzufressen. Direkt daneben steht das Glas mit Weidenzweigen. Sobald alle sechs Raupen auf dem Frauenmantel sitzen, wird die Weide aus dem Kasten entfernt.

Von meinen unzähligen Aglais-urticae-Raupen werde ich ab dem vorletzten Raupenstadium nur noch wenige Tierchen behalten. Die anderen Raupen werden wieder in den Brennesseln nebenan ausgesetzt. Dort ist momentan fast jede Pflanze von einer Raupe besetzt. Sofern nicht zu viele Raupen parasitiert sind, werden wir ab Ende Juli wohl ziemlich viele Kleine Füchse haben - zumindest wesentlich mehr als sonst.



Eine von den kleineren Ansammlungen der Aglais-Urticae-Raupen


16. Juni 2010

Da ich endlich mal sehen möchte, wie eine Gothica-Kätzcheneule leibhaftig ausschaut, habe ich heute eine an einer Blüte knabbernde, um 3 cm lange Raupe in meinen Kasten genommen:



Gothica-Kätzcheneule (Orthosia gothica)

Wenn alles gut geht, wird der Falter im Frühling nächsten Jahres schlüpfen.

Die Arctia-caja-Raupe ist seit heute früh verschwunden. Sicher ist sie jetzt mit ihrer Verpuppung beschäftigt. Nach ungefähr drei Wochen Puppenruhe wird der hübsche Falter schlüpfen.


17. Juni 2010

Der Aglais-urticae-Raupenbestand (zur Erinnerung = Kleiner Fuchs)  in meinem Kasten wurde heute ordentlich ausgedünnt. Ungefähr 25 Raupen (sich schon vereinzelnd) habe ich behalten, der Rest wurde im Brennesselfeld nebenan ausgesetzt. Inzwischen ist eine zweite Aglais-urticae-Raupe verpuppungsbereit. Eine dritte wird sich nach der nächsten Häutung verpuppen. Die anderen haben noch zwei Häutungen vor sich.


20. Juni 2010

Seit vorgestern ist es bei uns eiskalt. Meine Zöglinge machen gar nichts, d.h. sie fressen nicht, bewegen, häuten bzw. verpuppen sich nicht und schlüpfen  auch nicht. Es wird Zeit, dass es draußen wieder gemütlicher wird. Durch die Kälte wird sich die Entwicklung der Tiere natürlich deutlich verzögern.


23. Juni 2010

Nun wird es langsam wieder wärmer, womit auch wieder Leben in den Kasten kommt. Eigentlich dachte ich, dass der Braune Bär (Arctia caja) längst verpuppt ist, aber das war ein Irrtum. Heute fand ich die Raupe - mittlerweile erneut gehäutet - an der Gaze. Das Tier ist riesig geworden und hat jetzt lange dunkelbraune Borsten.


26. Juni 2010

Heute habe ich zwei neue Raupen in meine Obhut genommen, und zwar eine erwachsene Raupe des Eichenspinners (Lasiocampa quercus) sowie eine Malvenspanner-Raupe (Larentia clavaria). Für letztere habe ich den kleinen Zuchtkasten wieder aus dem Keller geholt und repariert.



Eichenspinner (Lasiocampa quercus) - ausgewachsene Raupe, gut 6 cm lang


27. Juni 2010

Beim Aufräumen des Kastens fand ich vormittags eine am Boden liegende Puppe von Aclais urticae (Kleiner Fuchs). Zunächst dachte ich, sie könnte parasitiert oder krank sein, aber sie war in Ordnung und bewegte sich bei Störung auch:



Mit einem Miniaturklecks Alleskleber befestigte ich sie vorsichtig an einem der Hölzchen, womit sie jetzt eine vorschriftsmäßige Stürzpuppe ist:



Zwei kranke Aglais-urticae-Raupen musste ich aus dem Kasten entfernen. Ich setzte sie in den Brennesseln nebenan aus.

Die Saturnia-Raupen sind nun rd. 3 cm lang, jedoch immer noch schwarz mit orangeroten Seitenbändern. Allen sechs übriggebliebenen Tierchen geht es gut.

Die Malvenspanner-Raupe (Larentia clavaria) dürfte demnächst verpuppungsbereit sein. Sie ist jetzt an die 5 cm lang.


29. Juni 2010

Heute abend bereiten sich sieben Aglais urticae-Raupen auf die Verpuppung vor. Drei hängen schon an der Decke des Kastens, vier sind noch auf Wanderschaft. Die übrigen Raupen des Kleinen Fuchs' sind ebenfalls bald verpuppungsreif. Ich freue mich schon darauf, die Brennesseln aus dem Kasten entfernen zu können ...

Die Saturnia-Raupen stehen kurz vor ihrer nächsten Häutung, womit sie eine grüne Farbe annehmen. Ich bin schon sehr gespannt, welches Muster sie dann haben werden.



--> Fortsetzung



 
Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen. (Johann Wolfgang von Goethe)
 
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