Home
Anliegen dieser Seite
Zu mir und meiner Familie
Das Pillerseetal
Unser Garten
Tipps für den Naturgarten
Galerie: Pflanzen im Garten
Tiere im Garten
Falteraufzucht
Galerien: Insekten, Spinnentiere und andere Gliederfüßer
Mikrokosmos
Danksagung
Fotoausrüstung und Fotobearbeitung
Literatur
Links
Gästebuch
Impressum
 

Tipps für den Naturgarten



Allgemein

Ein weitgehend naturbelassener Garten benötigt i.d.R. keine besonderen Maßnahmen (z.B. Nisthilfen) für Insekten, Spinnentiere und andere Tiere. Diese sind aufgrund der Anlage des Gartens naturgemäß vorhanden.

Zusätzlich kann aber sinnvoll sein:

  • die Einrichtung eine Zweig-, Heu-, Erd- und Holzstapels in einer Ecke des Gartens,
  • das Stehenlassen von einzelnen verblühten Stauden,
  • das Liegenlassen des Herbstlaubs,
  • das (evtl. nur teilweise) Zulassen von Moosbewuchs (z.B. unter Bäumen und Büschen),
  • das Liegenlassen von hohlen Pflanzenstängeln,
  • nach Fällung eines Baums die Belassung des Baumstumpfs oder
  • das Füttern von Vögeln bei hohem Schnee.


Unser kleiner Haufen aus Holz, Rinde, etwas Erde, Moos und Herbstlaub



Eines unserer "Insektenhotels". Es werden u.a. Lupinenstängel an geschützten Stellen der Steingartenbereiche in die Erde geschoben. Man muss nicht lange darauf warten, bis das Angebot genutzt wird.

Wir haben zusätzlich eine Ecke außerhalb des Grundstücks, auf der wir einen Großteil unserer samenträchtigen Garten- und Balkonabfälle unterbringen. Es handelt sich um einen Wendehammer direkt neben unserem Grundstück, der zu einem Fünftel uns gehört. Keiner stört sich an unseren rein organischen Abfällen an dieser Stelle. Hier ist unsere Brennesselstelle, an der sich vollkommen ungestört viele Insekten- und Spinnenarten entwickeln können. Ebenfalls wachsen hier (u.a.) Baldrian (Valeriana officinalis), Moschus-Malve (Malva moschata), verschiedene Weiden (Salix) und Birken (Betula), Kanadische Goldrute (Solidago canadensis), Neubelgische Aster (Aster novi-belgii) sowie Gundelrebe (Glechoma hederacea). Aus den jungen Brennesselblättern zaubern wir im Frühjahr und Frühsommer Spinat und Suppen. 



Hier landet unser Gartenabfall.

Ein solcher externer Platz ist an den meisten Grundstücken natürlich nicht möglich. Dann sollte eine solche Stelle in einer unauffälligen Gartenecke untergebracht werden. Sie muss nicht groß sein. Etwa ein Quadratmeter genügt vollkommen. Man sollte diesen Ort dann aber auch vollkommen in Ruhe lassen. Ein günstiger Standort ist z.B. in unmittelbarer Nachbarschaft vom Komposthaufen bzw. -behälter.


Pflanzenauswahl

Idealerweise befinden sich in einem Naturgarten primär heimische Wildpflanzen, d.h. solche, die man auch in der Umgebung findet, darunter auch sog. "Unkräuter". Zahlreiche Arten wird man bei der Gartenanlage bereits vorfinden. Andere kann man sukzessive einführen (s.u.). Heimische Wildpflanzen haben gegenüber gezüchteten Zierpflanzen den Vorteil, dass sie für eine Vielzahl an Tieren nicht nur Nahrungsquelle, sondern auch Entwicklungshabitat darstellen.

Wildpflanzen aus vollkommen anderen Biotopen im eigenen Garten ansiedeln zu wollen, wird in aller Regel scheitern, denn sie sind bezüglich des Standorts wesentlich anspruchsvoller als gezüchtete Zierpflanzen. Wer also aus dem nordwestdeutschen Emden meint, während eines Urlaubs in den Alpen Enzian-Samen für den eigenen Garten sammeln oder gar Pflanzen ausgraben zu müssen (ist bei unter Schutz stehenden Gewächsen eh verboten), wird sehr sicher enttäuscht werden.  Umgekehrt ist es natürlich genauso. Nicht wenige Wildpflanzen sind sehr spezialisiert, d.h. sie benötigen die passende Kombination aus einem bestimmten Untergrund sowie bestimmten Feuchtigkeits-, Temperatur- und Strahlungsverhältnissen, um sich entwickeln zu können.


Wildpflanzen per Samen vermehren

In den drei ersten Jahren ließ ich der Natur freien Lauf. So konnte ich sehen, wie und wo sich bestimmte Pflanzen von selbst ansiedeln und vermehren.

Längst sammle ich ab dem Hochsommer im Garten und dessen näherer Umgebung reife Samen und platziere sie dort, wo ich eine Vermehrung wünsche. Dies ist i.d.R. in der direkten Umgebung jener Pflanzen, die sich offenkundig an einem bestimmten Ort wohlfühlen. Damit schaffe ich attraktive Horste. Andere, evtl. vor sich hin mickernde Pflanzen werden entfernt bzw. umgesiedelt, in der Hoffnung, dass sie sich am neu gewählten Platz wohler fühlen. Klappt nicht immer, aber sehr oft.

Kennt man die Standortansprüche von Wildpflanzen recht gut, kann man natürlich auch in der weiteren Umgebung Samen sammeln. Der Brennende Hahnenfuß (Ranunculus flammula) an unserem Gartenteich entwickelte sich z.B. aus eingesammelten Samen vom Ufer des Pillersees. Auch das Scharfe Berufkraut (Erigeron acer) war auf unserem Grundstück ursprünglich nicht vorhanden. Ich sammelte vor etlichen Jahren Samen von einem ca. 500 m entfernten Trockenrasenhang an einer ehemaligen Kiesgrube. Diese Pflanze fühlte sich bei uns sofort heimisch und vermehrt sich seitdem kräftig. 

Der Zeitpunkt der Aussamung erfolgt am besten dann, wenn sie auch natürlicherweise stattfinden würde. D.h. ich bringe einen Großteil des Samens bereits im September/Oktober aus, einen kleineren Teil im folgenden Frühling. Kaltkeimer (z.B. Enziane) sollten zur Gänze im Herbst ausgesamt werden.

Die Lagerung der Samen erfolgt in beschrifteten (Art/Abnahmedatum) Plastikdöschen. Diese wiederum lagern in einer verschlossenen Holzkiste bei normaler Raumtemperatur.

Etliche Wildpflanzen benötigen mehrere Jahre, bis sie zum ersten Mal blühen. Es braucht also ein wenig Geduld.


Wildpflanzen über Stecklinge oder Absenker vermehren

Zahlreiche Pflanzen lassen sich auch über Stecklinge, Wurzelschnittlinge und Absenker vermehren. Letztere Methode verwende ich sehr häufig, z.B. bei Wald-Erdbeere (Fragaria vesca) , Kleines Immergrün (Vinca minor), Efeu-Gundelrebe (Glechoma hederacea) oder bei der Goldnessel (Lamiastrum galeobdolon). Alle vier Pflanzen sind anspruchslose und hübsch blühende Bodendecker für halbschattige und schattige Bereiche.

Stecklinge verwende ich lediglich bei Weiden (Salix sp.) und Hasel (Corylus avellana), Wurzelstecklinge z.B. bei den Neophyten Kanadische Goldrute (Solidago canadensis) und Neubelgische Aster (Aster novi-belgii), die ich nur deshalb im Garten belasse, weil sie im Spätsommer und Herbst viele interessante Insekten anziehen. Sie kamen einst mit angelieferter Muttererde auf unser Grundstück.


Konkurrenzen

Ist der Naturgarten gleichzeitig ein Ziergarten, sollte vermieden werden, dass bestimmte Pflanzen so überhand nehmen, dass sie andere Pflanzen verdrängen. Dies gilt auch für die Blumenwiese: Überhand nehmende Gräser und Moose sind der Blumen Tod. Im Frühling entferne ich einen Teil des Mooses, lockere den frei werdenden Boden und säe die gesammelten Wiesenblumensamen. In den Steingärten werden vor allem Wiesengras, Klee und Schachtelhalm entfernt.


Befestigte Flächen

Wege, Terrassen und Zufahrten sollten möglichst nicht vollständig versiegelt werden. Zum einen kann bei nur teilversiegelten Flächen Regen- und Schmelzwasser leichter versickern, zum anderen hat es einen besonderen Reiz, wenn Plattenfugen bewachsen sind. Man kann Fugen auch gezielt bepflanzen, z.B. mit Moosen, niedrig wachsenen Gräsern, und niedrigen Stauden (z.B. Thymian und dgl.). Bei uns haben sich in den Plattenfugen z.T. auch Gewürze und Salatpflanzen angesiedelt, die wir beim Grillen direkt neben und unter dem Tisch ernten.




 
Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen. (Johann Wolfgang von Goethe)