Wimpertiere 1
Wimpertiere (Stamm Ciliata) sind hochorganisierte Einzeller, die sowohl im Süß- und Salzwasser als auch in sonstigem feuchtem Milieu vor (z.B. auch in Moosrasen) vorkommen.
Namensgebend sind die Wimpern (Cilien), mit Hilfe derer sich die Tiere nicht nur fortbewegen bzw. ihre Bewegungsrichtung steuern, sie dienen auch der Nahrungsaufnahme. Die Nahrung der Ciliaten ist genauso so vielfältig wie der Stamm selbst, zu dem u.a. die Klassen Holotricha (Schlinger, Räuber, Strudler) und die Glockentiere (Pertricha) gehören. Die folgenden Bilder aus Moosproben sind mit dem Müller Biolab-T entstanden, aber bei weitem noch nicht optimal. Ich stelle etliche Wimpertierchen (Ciliata) vor, die z.T. noch nicht bestimmt sind. Zunächst ein Eindruck davon, was sich beim Blick durch das Okular in einer abgestandenen Wasserprobe bietet: ![]() Reges Leben! Bei den größeren Tieren handelt es sich um den bakterienfressenden Birneninfusor (Tetrahymena pyriformis). ![]() Unbestimmt, ca. 100 µm ![]() Heutierchen (Colpoda cucullus) aus einer Moosprobe ![]() Heutierchen (Colpoda sp.), ca. 60 µm ![]() Unbekannt, ca. 70 µm ![]() Vielleicht Frontonia sp. ![]() Unbestimmt, ca. 60 µm ![]() Dieses Bild zeigt ein schwärmendes Glockentierchen (Vorticella sp.), das vermutlich unfreiwillig von seinem Stützpunkt entfernt wurde. Glockentierchen sind normalerweise gestielt und sitzen an Algen, Wasserpflanzen oder toten Insekten, um sich u.a. von dort zu entfernen, wenn sie "unzufrieden" sind. Hier zwei Exemplare an einer Ansammlung von Algen: ![]() Vorticella sp. - um 50 µm groß Weitere Glockentierchen: ![]() ![]() Dieser kleine Film zeigt, wie Glockentiere mittels schnellem Wimpernschlag Nahrung einstrudeln --> KLICK. Die folgenden Glockentierchen scheinen andere zu sein. Sie vermehrten sich neben einer bestimmten Rädertier-Art in der alten Teichwasser-Probe sehr stark. Sie bilden zwar keine echten Kolonien, sind aber i.d.R. sehr nahe beieinander zu finden: ![]() ![]() ![]() Auffällig bei dieser Art ist der extrem kurze Stiel, der bei Kontraktion nicht spiralig zusammengezogen wird. Diese Tiere fressen Bakterien. ![]() Ein etwas skuriles Wimpertierchen (um 80-100 µm) aus Moos ![]() ca. 120 µm ![]() Unbestimmt - ca. 80 µm ![]() Knapp 80 µm lang ![]() Lippenzähnchen (Chilodonella gouraudi), ein seltsames Tier, das ich häufig in Moosprobe finde, allerdings immer nur vereinzelt vorkommend. Dieses Tier konnte ich aufgrund einer Fotoserie von Michael Plewka im Mikro-Forum identifizieren. ![]() Diese ca. 40-50 µm große und sehr muntere Wimpertiere finde ich in jeder abgestandenen Probe - egal, ob sie aus dem Teich oder aus dem Moos stammt. ![]() Ein recht großer Kandidat, der aber flott dem Licht ausweicht und deshalb immer nur in Bewegung zu fotografieren ist. Aus einer Moosprobe. ![]() Auch dieser Ciliat ist recht groß. Die kurzen Wimpern sind kaum zu erkennen. Im Gegensatz zur vorherigen Art verharrt das Tier gerne an einer Stelle. ![]() Nochmals Phacodinium metchnikoffi (vgl. unter Anfängerversuchen erstes Foto), eine Art, die ich fast in jeder Moosprobe finde. ![]() Bisher unbestimmtes Wimpertierchen, ca. 100 µm |
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