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Gartenteich II, erstes Jahr



Da die billige Folie des kleinen Teichs nach ca. 10 Jahren porös und undicht geworden war, beschlossen wir im Herbst 2014 schweren Herzens, den bisherigen Teich aufzulösen und komplett neu anzulegen. Dieses Mal musste der Bagger ran, der wegen der Verlegung eines Leerrohrs bis zum Haus eh schon da war. Die Grube wurde nun deutlich größer und tiefer. Die neuen Maße: gut 4 m lang, 2,8 m breit und an der tiefsten Stelle etwa 1,2 m tief. Anfangs existierte nur ein großes Loch. Die eigentliche Neuanlage des Teichs erfolgte erst im Frühling 2015.



Das große Loch ...

Die im Hintergrund sichtbare Jungkiefer musste dem Bagger weichen und wurde inzwischen wieder eingepflanzt. Auch die Vegetation des Geländes hinter der Teichgrube wurde wieder hergestellt.

Im April 2015 ging es weiter. Es erfolgte eine Reliefierung des Teichs, wir beseitigten alle Wurzeln und begradigten Hänge und Ränder. Außerdem wurden gröbere Steine entfernt. Ende April sah es dann so aus:



Ab Mitte Mai erfolgte die Fertigstellung. Zunächst wurde die Grube mit einem strapazierfähigen Vlies ausgelegt:




Anschließend wurde die Teichfolie verlegt:



In der Zwischenzeit hatte es ordentlich geregnet, so dass der Teichgrund einen Regenwasserstand von gut 10 cm aufwies. Mit nachbarlicher Hilfe wurde die Folie Mitte Mai so zurechtgerückt, dass sie möglichst wenig Falten aufwies. Außerdem wurde sie am Rand beschnitten. Wir holten zwei Schubkarren voll Feinmaterial (Schlick) aus einem unserer hiesigen Bäche und füllten es in den Teichgrund und auf die Terrassen. Als dies erledigt war, wurde der Teichrand mit Kokosmatten ausgelegt, die mit Erd-Ankern befestigt wurden:



Zugleich wurde der Teich mit Leitungswasser geflutet. Bis zum späten Abend war der Teich vollständig gefüllt. Die Trübung des Wassers resultiert aus dem eingebrachten Schlick.

Bereits am Tag darauf begannen wir mit dem Auftrag von Erde und der Bepflanzung des Teichs und des Teichrands:



Einige Pflanzen aus dem alten Teich hatten wir im Herbst separiert und gelagert. Ein Teil überlebte und wurde im Teich bzw. am Rand platziert.

Zehn Tage später sah es so aus:



Anfang Juni war nicht nur unser Grasfrosch "Track" (siehe Froschaufzucht) in den Teich gezogen; zwischen den kleinen Seggen legte auch ein Plattbauch (Libellula depressa)  Eier ab. Der Plattbauch gehört zu jenen Libellen, die gerne neue, noch wenig bewachsene Gewässer zur Eiablage aufsuchen.

Track zwischen Moosen und Brunnenkresse

Interessanterweise hatte Track von Anfang an überhaupt keine Angst vor mir.

Anfang Juni 2015 sah die Teich-Baustelle so aus:



Mitte Juni waren die meisten Teichränder fertig und auch schon locker bepflanzt:





An den heißen Tag zuvor hatten sehr viele Frühe Adonislibellen (Pyrrhosoma nymphula) im Paarungsrad Eier abgelegt.

Die Rote Pestwurz (Petasites hybridus, oben rechts im Bild) gab es auch schon am alten Teich. Früher mickerte sie ziemlich vor sich hin. Da sie jetzt direkt am Auslauf steht und somit ständig mit Wasser versorgt wird, hat sie sich prächtig entwickelt.

Zu den wichtigsten Pflanzen am Teichrand gehören feuchtigkeitsliebende Moose. Sie befestigen nicht nur steilere Ufer, sondern bieten auch vielen Teichrandpflanzen eine Grundlage. Die Moose holte ich mir aus Niedermooren und von Gewässerrändern unserer Umgebung.

Ende Juni war die Kokos-Ufermatte fast nicht mehr zu sehen, und es wurde zunehmend grüner:





Das Wasser war auch nach der ersten großen Hitzewelle Anfang bis Mitte Juni klar geblieben.

Der Teich Anfang Juli 2015:



Das Wasser wirkt zwar bräunlich, es ist aber klar. Es blieb auch nach der ersten großen Hitzewelle Anfang Juli vollkommen algenwattenfrei. In der Zwischenzeit haben die Blätter von drei gepflanzten Seekanne die Oberfläche erreicht. Außerdem waren täglich Scharen an Libellen zu Gast:


Plattbauch (Libellula depressa, Männchen), Frühe Adonislibellen (Pyrrhosoma nymphula) und Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella)

Mittlerweile wimmelte es im Teich: Wasserkäfer und deren Larven, diverse Mückenlarven, Köcherfliegen- und Eintagsfliegenlarven, Wasserwanzen, Libellenlarven, Wasserflöhe und Muschelkrebse. Aus dem Teich des Nachbarn haben wir mit dessen Erlaubnis weitere Seggen geholt und eingepflanzt. Da diese Seggen stark wuchern, brachten wir sie in Pflanzcontainern unter.

Der Bestand an Wasser- und Sumpfpflanzen zu diesem Zeitpunkt u.a.: Aufrechter Merk (Berula erecta), Bachbungen-Ehrenpreis (Veronica beccabunga), Baldrian (Valeriana officinalis), Brunnenkresse (Nasturtium officinale), Fieberklee (Menyanthes trifoliata), Hechtkraut (Pontederia cordata), Seekanne (Nymphoides peltata), Ross-Minze (Mentha longifolia), Wasser-Minze (Mentha aquatica), Rote Pestwurz (Petasites hybridus), Segge (Carex sp.), Sumpf-Dotterblume (Caltha palustris), Armleuchteralge (Chara sp.), Kleiner Wasserschlauch (Utricularia minor) und Tannenwedel (Hippuris vulgaris).

Mitte Juli kamen nach dem Besuch einer großen Wasserpflanzen-Gärtnerei noch weitere Pflanzen hinzu, u.a. Hornblatt (Ceratophyllum) und eine Weiße Seerose (Nympaea alba). Der Teich sah nun so aus:





Blühendes Hechtkraut (Pontederia cordata



Tannenwedel (Hippuris vulgaris)

Den Tannenwedel hatte ich einige Wochen zuvor aus dem Wiesensee (Hochfilzen) geholt. Nun war er angewachsen.

18. Juli 2015: Der Teich war nun fertig. Bei unserem Nachbarn waren aufgrund eines Garagenanbaus viele Gras-Moos-Soden angefallen, die wir uns einverleiben durften. Mit ihnen wurden die restlichen Böschungen des Teichs belegt, der Rest kam in die brach liegende Umgebung. Das Ergebnis:



November 2015: Der Teich ist schön eingewachsen, und das Wasser blieb stets kristallklar. Während des Herbstes hatten wir öfters Föhn, so dass die Blätter von zwei südlich des Teichs stehenden Birken hineingeweht wurden. Diese wurden regelmäßig entfernt. Mittlerweile herrscht Winterruhe.
 



 
Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen. (Johann Wolfgang von Goethe)
 
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